Hacienda Roswitha - Costa Rica

Johann Dähler war der Schweizer Ananaskönig. Doch dann gingen seine Plantagen in der Elfenbeinküste verloren, und er war ruiniert. Zusammen mit seinen Söhnen sucht der Thurgauer in Costa Rica ein neues Glück. Auf seiner Hacienda mit 750 Hektaren stecken 13 Millionen Ananassetzlinge im Boden. Er sagt: «Es geht uns wieder gut.»

«Wir produzieren die beste Ananas der Welt.»

Heute gibt er sich in Costa Rica mit 750 Hektaren zufrieden. «Es geht uns wieder gut.» Auf der Hacienda Roswitha baut er im regenreichen Klima der karibischen Seite des Landes seit 2004 ausschliesslich Ananas an, «mehr als früher in Afrika», wie er betont. Produziert wird industriell. Das Land – «ursprünglich nichts als Kuhweiden und Dschungel» – liegt am Rand des Nationalparks Braulio Carrillo und ist mit 250 Hektaren Wald umgeben. «Unser Wald ist geschützt», sagt Michael Dähler. «Hier leben Tukane und Affen.»

Dählers Söhne leiten das Geschäft vor Ort. Michael betreut die Finanzen, Jan ist Chef der Produktion, Stéphane ist für das Reisebüro verantwortlich. Michael Dähler, der Finanzchef, «Wir kümmern uns sehr um die Familien», betont er, «organisieren auch mal ein grosses Fest mit bis zu 300 Kindern.» Gerade habe der Vater allen Vorarbeitern eine Schweizer Uhr geschenkt. Das hänge er nicht an die grosse Glocke. Ihre Befriedigung sei zu wissen: «Das Produkt ist gut, und die Arbeiter sind zufrieden.» Wachsen wollten sie nicht. «Grösse ist nicht unser Plan. Wir wollen ein gutes Gewissen haben.»

Costa Rica will beweisen, dass es seriös ist
In der Nähe der Erntegruppe werden grossflächig die Ananasblätter besprüht. Es handle sich um Flüssigdünger, unter anderem um Harnstoffe. Beim Spritzen von chemischen Substanzen seien Schutzkleider Vorschrift, jeder Arbeiter erhalte zudem eine Schulung. «Wir sind Global-G.A.P.-zertifiziert», erklärt Dähler. G.A.P. heisst Good Agricultural Practice. Diese privatwirtschaftlich geführte Organisation setzt freiwillige Standards für landwirtschaftliche Produkte.

Zur Kritik an der industriellen Ananasproduktion gibt Dählers Sohn Jan zwei Punkte zu bedenken. «Ananas ist eine Frucht, die sich heute jeder gönnen sollte, die gesündeste weltweit.» Da sei es ein Unterschied, ob sie 20 oder nur 2.50 Franken koste. Zweitens fehlten Lösungsvorschläge. Denn Bio-Ananas liessen sich schlicht nicht exportieren. «Wir haben aber sicher kein Interesse, unseren Boden und unsere Leute zu vergiften. Nicht jeder Produzent ist ein Idiot.»

Im Feld auf «Roswitha» ist es still. Auf der Anbaufläche stecken 13 Millionen Ananassetzlinge im Boden. Es gefällt Johann Dähler, dass hier Ordnung und keine Hektik herrscht. Es gebe «nichts Schöneres, als diese Weite der Kulturen, diese Wucht des umliegenden Waldes und diese tief beeindruckende Ruhe». Eine kleine Gruppe von Arbeiterinnen und Arbeitern ist beim Ernten. Auch sie machen einen fröhlichen Eindruck. Sie schwatzen laut. Jede Ananas wird von Hand gepflückt und auf ein Förderband gelegt. Vorarbeiter Juvenal Valerio offeriert eine Kostprobe. Dähler geniesst.

Vor dem Verpacken werden die Ananas geduscht, gebadet, für die Haltbarkeit während des Transports eingewachst und geföhnt. Johann Dähler ist stolz. Er begrüsst Betriebsleiter Alexi Rodriguez wie einen Freund. Wöchentlich wird hier die Ernte von drei Hektaren angeliefert. Es sei die grosse Herausforderung, die Wachstumsphasen so aneinander vorbeizubringen, dass während des ganzen Jahres jederzeit geerntet werden könne. Aus dem Bad fischen Arbeiter die gelben Ananas. Sie sind für den Transport bereits zu reif. Die grünen gelangen via Förderband in einen auf acht Grad gekühlten Raum.

Die grossen Produzenten heissen Del Monte, Chiquita oder Dole. Von den kleineren Exporteuren sei man mit «Roswitha» der viertgrösste in ganz Costa Rica. Die Anbaufläche beträgt landesweit 54 000 Hektaren, in der Produktion sind über 20 000 Menschen beschäftigt. Wenn die Grossen Engpässe haben, springt er ein. Bunt gemischt sind denn auch die Logos auf den Kartonschachteln. Die Früchte müssen behutsam in Kartonschachteln gelegt werden.

Die Frauen lachen, ihre Chefs seien nett, sagen sie.

Besuch der Hacienda Roswitha
Der Name «Ananaskönig» verpflichtet! Die Plantage der Schweizer ist heute ein Vorzeigebetrieb, davon können sich unsere Kunden selber ein Bild machen. Wöchentlich werden 400 Tonnen Ananas höchster Qualität nach Europa verschifft. «Wir produzieren die süssesten, saftigsten und besten Früchte der Welt, denn in Sachen Ananas macht den Dählers niemand etwas vor», versichert Stéphane Dähler lachend. «Auf einem spannenden Rundgang erfahren die Besucher alles Wissenswerte über die Königin der Früchte».

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