Ecovida - Wir unterstützen den Naturschutz

 

«Um meine Familie in der Schweiz anzurufen, musste ich jeweils eine Viertelstunde zum nächsten Telefon laufen», erzählt Steffen Tolle. Er ist der Stiftungsratspräsident der Stiftung Ecovida, die sich für den nachhaltigen Schutz von Flora und Fauna in Costa Rica einsetzt. Stéphane Dähler von Swiss Tropical Tourism unterstützt das grosse Naturschutzgebiet, in dem er es mit seinen Gästen besucht und pro Tourist einen wertvollen Beitrag an das Projekt zahlt. Steffen Tolle erzählt von seiner Zeit, als er 1988 während dem Studium ein Praktikum in einer Guezlifabrik machte um Land und Leute kennenzulernen. Da er im Kulturfach Spanisch belegte, konnte er sich mit den Menschen unterhalten. Dabei lernte er einen Mitarbeiter kennen, der die Lastwagen jeweils mit den Guezlis belud. «Er wurde gerade Vater seines ersten Sohns und das Geld war natürlich knapp. Als Student hatte ich aber noch nicht die Möglichkeit, sie so zu unterstützen, wie ich es mir eigentlich wünschte.» Nach seiner Rückkehr und dem Beenden des Wirtschaftsstudiums arbeitete Steffen Tolle in einer Bank. Der zweite Bub von seinem neuen Freund in Costa Rica kam zur Welt, von dem er sogar Götti ist. Der Kontakt blieb und mittlerweile hat die Familie drei Jungs. «Ich schaute, dass sie eine gute Ausbildung erhalten, nun hatte ich endlich die finanziellen Möglichkeiten.»

Ein Kunde von ihm fragte Tolle an, ob er ihm helfen könne, ein Projekt in Brasilien aufzubauen. «Zu Brasilien habe ich keinen Bezug. So erzählte ich ihm von Costa Rica und von dem Problem, dass viele Kinder die Schule aus finanziellen Gründen abbrechen müssen.» Das war der Startschuss für Tolles erste Stiftung «Edunamica». Mittlerweile können sie jährlich 5000 Schülern aus armen Familien Stipendien sprechen. Dazu entwickelten sie ein Programm, bei dem Schulabgänger jüngere Kinder unterrichten. «So können wir nachhaltig helfen», ist ihm wichtig. Edunamica war auch der Startschuss für die Stiftung Ecovida. «Während unserer Arbeit in den Schulen haben wir gesehen, dass man auch unbedingt Natur und Tiere schützen muss.» So wurde 2006 Ecovida gegründet und die Stiftung kaufte ein grosses Stück Land auf dem weder gerodet noch gejagt werden durfte. «1850 Hektaren Land konnten wir erwerben», sagt Steffen Tolle. Die Stiftung feierte in den letzten Jahren wunderbare Erfolge. Der Jaguar wurde zum Beispiel wieder angesiedelt und es wurde aufgeforstet. Da nicht mehr gejagt wird, hat der Jaguar auch genügend Nahrung. Die Regierung Costa Ricas nimmt Ecovida als Vorzeigeobjekt. Heute bekommt das Naturschutzgebiet auch CO2-Beiträge. Mitarbeiter wurden eingestellt, die als Ranger das Land beaufsichtigen und pflegen. Ökotourismus wurde noch nicht angeboten. Bei einem Vortrag an der Hochschule St. Gallen lernte Steffen Tolle dann Johann Dähler kennen, Stéphanes Vater. Er erzählte ihm von seinem Sohn und dass dieser in Costa Rica ein Reisebüro führt, das sehr auf Nachhaltigkeit bedacht ist. «So entstand unsere Zusammenarbeit. Heute kommt Stéphane mit Schweizer Reisegruppen in unser Naturschutzgebiet und bezahlt für jeden Gast einen Beitrag.» Geld, das Tolle wieder für Tier- und Naturschutzprojekte einsetzen kann.

 

«Das Gebiet ist wirklich wunderschön. Wir unternehmen mit unseren Gästen Wanderungen zu Lagunen und betreiben Aufklärungsarbeit. So versuchen wir die Touristen zu sensibilisieren und ihnen zu zeigen, wie wichtig es ist, die Natur zu schützen», sagt Stéphane Dähler.

 

 

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